Wirtschaftsfaktor Liebe

 

Heute wollen wir uns mal einem ernsthaften Thema widmen – unserer Wirtschaft. Viele Faktoren spielen zusammen, damit sie floriert oder auch stagniert. Doch ein Faktor wird meiner Meinung nach leider immer wieder total unterschätzt – die Liebe. Ja, ich behaupte sogar, wenn es die Liebe mit all den zu ihr gehörenden großen Gefühlen wie Eifersucht, Liebeskummer, Leidenschaft etc. nicht gäbe, wäre die Wirtschaft weltweit schon im tiefsten Keller – pleite, erledigt, bankrott.

Eine gewagte These? Nein! Man muss doch wirklich einmal darüber nachdenken, in wie vielen Bereichen die Liebe für Umsatz sorgt. Frisch verliebte Frauen geben Unsummen für Kleidung, Schuhe und Kosmetika aus – und das nur, um das Objekt der Begierde optisch bestmöglich zu bestechen. Wie viele neue Dessous kaufen Frauen wöchentlich in den Anfangsphasen einer zart sprießenden Romanze? Und dann noch die unzähligen Besuche in Friseursalons, Nagelstudios, Solarien und und und...

Schauen wir mal zu den verliebten Männern. Könnten Blumenläden überhaupt am Markt bestehen, wenn es die Liebe nicht gäbe? Mal ganz im Ernst, Männer verschenken doch nur Blumen in großen Mengen, wenn sie entweder verliebt sind oder ein schlechtes Gewissen haben. Allein durch den Verkauf von ein paar Kondolenzblumen oder Dekopflanzen könnte doch kein Florist seinen Lebensunterhalt sichern.

Denken wir mal an die Juweliere und Goldschmiede – für den Hauptumsatz sorgt auch hier die Liebe. Oder die vielen Restaurants – die paar Geschäftsessen würden die Wirte nicht vor dem Verhungern bewahren, zumal die oft ja auch noch zu einer Tageszeit stattfinden, zu der die vergünstigte Mittagskarte gilt. Die großen Candle-Light-Dinner werden abends zelebriert und meist auch nur aus einem einzigen Grund. Muss ich ihn nennen? Selbstverständlich aus Liebe! Gut, manchmal vielleicht nicht nur aus der einzig wahren, immerwährenden Liebe, sondern primär um die körperliche Liebe zu forcieren. Aber im Großen und Ganzen eben auch eine der Formen dieses starken Gefühls.

Wären Telekom und sämtliche Mobilfunkanbieter nicht auch schon längst der Insolvenz zum Opfer gefallen? Die meisten Gespräche und SMS werden doch im Zusammenhang mit eben genau der wirtschaftlichen Größe getätigt, über die wir hier sprechen. Auch indirekt natürlich – wie viele Frauen verbringen Stunden, ja ganze Tage am Telefon, um der besten Freundin haarklein alles zu berichten oder sich auszuweinen. Gar nicht zu reden von den vielen Nachrichten die durch die Atmosphäre sausen – entweder zum Objekt der Begierde um zu flirten, Liebesbekundungen auszutauschen und Verabredungen zu treffen oder zur Freundin, um – sofern telefonieren gerade nicht gut möglich ist – sie auf dem aktuellsten Stand während eines Dates zu halten. Und natürlich auch, um eine verlorene Liebe vielleicht noch zurückzuerobern. Wie viele SMS mit herzzerreißendem Inhalt werden von Verlassenen an den Verursacher des Trennungsschmerzes gesendet? In der Hoffnung, noch etwas retten zu können?

Liebeskummer – immer eine Folgeerscheinung der Liebe, die eben hin und wieder auch nur mal einseitig vorhanden sein kann – bringt ebenso enorme Summen in die Kassen so mancher Industriezweige. Man denke nur an Schokoladenhersteller, Buchhändler (Bücher wie „In dreißig Tagen liebeskummerfrei“, „Wie gewinne ich ihn wieder“ oder „So bekomme ich jeden“ gehen doch wie geschnitten Brot), die Papierindustrie im Allgemeinen (Taschentücher, Briefpapier, etc.) oder sämtliche Spirituosenhersteller und Brauereien – Männer trinken sich ja auch gern ihren Kummer mal weg. Ganz zu schweigen von den vielen Frustkäufen einer Frau, um die Laune aufzuheitern.

Welche Branche würde das Fehlen der Liebe wohl nicht an ihren Umsatzzahlen merken? Vielleicht erkennt das sogar bald unsere Politik? Dann gibt es demnächst Steuervergünstigungen für Verliebte oder Freibeträge für Liebeskummergeplagte. Ich würde es begrüßen und wäre sicherlich so motiviert, dass ich mich spontan verlieben würde!

 

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