Die Supermamas

 

„Waaas??? Der Max läuft noch nicht? Der ist doch schon 15 Monate alt! Mein Jonas konnte schon mit `nem halben Jahr laufen!“ Knallharte Sätze, fieser Wettbewerb: Mütter unter sich.
Sie dachten vor Ihrer Mutterkarriere, das Berufsleben sei ein einziger Konkurrenzkampf? Vergessen Sie es! Selbst ein Boxfight ist Geschmuse im Vergleich zum Kampf um den Titel der „Supermami“.

Kriegserklärung in der Krabbelgruppe

Als Neumutter sind Sie oft gar nicht vorbereitet auf so harte Bandagen. In freudiger Erwartung gehen Sie mit dem frischen Baby auf dem Arm in eine Krabbelgruppe – Austausch mit Gleichgesinnten. Vielleicht sogar mit dem Hintergedanken, neue Freundinnen zu finden. Doch schon nach wenigen Minuten landen Sie unsanft in der Realität: „Was, Ihr Moritz ist schon fünf Monate? Dafür ist er aber sehr klein.“ Rumms, das sitzt. Als unsichere Erstgebärende hören Sie sofort raus, was eigentlich Kern der Aussage ist, nämlich: Bist Du nicht in der Lage, Dein Kind vernünftig zu füttern, dass es so unterentwickelt ist?

Auge um Auge

Sie brauchen sich gar nicht einzureden, dass es vielleicht doch harmlos gemeint sein könnte. War es nicht. Ganz sicher. Mamas unter sich sind nämlich gemein. Die suchen so lange bis sie einen Treffer landen können. Und sie finden immer etwas, das ihr eigener Nachwuchs besser kann oder schneller gelernt hat. „Dass Ihre Tochter noch nicht spricht, komisch. Meine hat schon mit elf Monaten ganze Sätze gesagt.“ Während Sie sich fragen, ob Ihre Einjährige jetzt nicht spontan Kleist oder Schiller rezitieren könnte, um es der blöden Kuh zu zeigen, fällt Ihnen etwas auf: „Oh, Ihre Lisa trägt ja noch Pampers. Meine Marie braucht die ja eigentlich nur noch nachts.“ Ha, geht doch, satter Konter.

Geniestreich

Wenn laufen, sprechen und auf’s Töpfchen gehen gelernt sind, brauchen Sie nicht zu denken, dass Sie aufatmen können. Der Kampf geht weiter. Jetzt werden die lieben Kleinen in den ersten Kursen angemeldet: Japanisch für Dreijährige, Ballett für Miniprimaballerinas, Klavierstunden für Vorschüler – das moderne (Klein-)Kind hat einen vollen Terminkalender. Dank Mama. Wenn Sie und Ihr Spross nicht zum Außenseiter werden wollen, müssen Sie mitziehen. Und selbstverständlich immer und überall stolz verkünden, was für ein Genie Ihr Zwerg ist.

Unendliche Geschichte

Sie denken, das gibt sich? Pustekuchen! Es wird vielleicht ein bisschen weniger. Außerdem legen Sie sich mit den Jahren ein dickeres Fell zu und bieten der „Konkurrenz“ die Stirn. Doch selbst wenn der Nachwuchs schon längst Schule oder Studium abgeschlossen hat, hört man es noch: „Ach, Ihre Tochter arbeitet im Büro? Na unsere ist ja Lehrerin. Mathe und Chemie. Sie war ja immer schon so schlau.“ Mutter bleibt man eben immer.

 

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