Liebeskummer-Expertin Conni Lubek im Interview

 

In Sachen Liebeskummer ist Conni Lubek Expertin, hat darüber zwei Bestseller geschrieben: "Anleitung zum Entlieben" und "Entlieben für Fortgeschrittene". Ob sie wohl noch einen Geheimtipp gegen Herzschmerz hat?

Erfolgreiche Autorin, Werbetexterin und diplomierte Psychologin – Grund genug, beinahe schon ein wenig Ehrfurcht vor dem anstehenden Gespräch mit Conni Lubek zu verspüren. Als sie vor mir steht, ist sie jedoch vor allem eines: auf Anhieb sympathisch. Ihre Augen blitzen humorvoll, eine Strähne ihres blonden Haares stiehlt sich keck unter der blauen Wollmütze hervor, die sie trägt. Sie ist nicht allein zu unserem Interview gekommen, Curd Rock – Mitautor und der eigentliche Star in Connis Werken – lugt vorwitzig aus ihrer Tasche. Bei strahlendem Sonnenschein sitzen wir im kultigen Schanzenviertel und plaudern über das Leben, die Liebe, Connis Bücher und natürlich über Liebeskummer.

Anleitung zum Entlieben

Ihr Erstlingswerk „Anleitung zum Entlieben“ ist aus dem gleichnamigen Blog entstanden, in welchem sie 2005 angefangen hat, äußerst witzig und erfrischend den Trennungsprozess von einem Mann zu beschreiben – immer begleitet von Co-Autor Curd Rock. Die Protagonistin von Blog und Buch „Lapared“ – auch L. oder Lchen genannt – liebt 119, dummerweise liebt 119 sie nicht. So weit, so schade – und vielleicht gerade deswegen so furchtbar schwer, einen Schlussstrich zu ziehen. In ihrem zweiten Buch „Entlieben für Fortgeschrittene“ ist 119 zwar erfolgreich aus Lchens Herz verbannt, seinen Platz jedoch hat Dick eingenommen. Der liebt sie zwar, hat dafür aber einen anderen Haken: Er ist verheiratet. Im August dieses Jahres erscheint nun Conni Lubeks dritter Roman „Der Beste zum Schluss“ und weckt mit seinem Titel die Hoffnung, dass L. nun endlich zu ihrem Happy End kommt. Autorin Conni verrät auf jeden Fall, dass ihre Heldin Lapared wieder einiges erleben wird bei der Suche nach Mr. Right.

„Jede gute Komödie ist auch eine Tragödie“

Eine Frage drängt sich beim Lesen von Blog und Büchern ganz besonders auf: Wie viel Conni steckt in Lapared? „Die Geschichte ist nicht total autobiografisch, aber entstanden ist das Blog wirklich aus einem Liebeskummer heraus. Es hat Abstand geschaffen und geholfen, den Schmerz zu verarbeiten. Beim Schreiben nimmt man eher die Position eines Betrachters von außen ein“, gibt die Autorin zu. „Witzigerweise war es mein damaliger Freund, der angeregt hatte, ich solle doch ein Blog schreiben. Für ein Buch fehlte mir immer ein wenig das Durchhaltevermögen – da wäre so ein Blog doch eine gute Alternative für den Anfang – meinte er. Als wir uns dann trennten, fing ich an, gegen den Herzschmerz zu bloggen.“ Dass man ein an sich trauriges Thema auch unglaublich humorvoll angehen kann, hat Conni Lubek mit ihrer unverwechselbaren Schreibe bestens bewiesen. „Ich war schon immer der Meinung, dass in jeder guten Komödie auch eine Tragödie steckt“, sagt sie dazu. „Ohne eine Prise Tragik geht's nicht.“

Vom Blog zum Buch

Dass aus ihrem Blog doch ein Buch oder besser gesagt mittlerweile drei Bücher geworden sind, hat Conni Lubek zum einen natürlich ihrem Schreibtalent zu verdanken, zum anderen einem glücklichen Zufall. Irgendwann wurde Anette Göttlicher – selbst Bestsellerautorin – auf ihr Blog aufmerksam und stellte die notwendigen Kontakte her. Der Werbebranche, in der Conni vorher erfolgreich ihre Brötchen verdiente, hat sie den Rücken gekehrt. Nun ist sie mit Haut und Haaren Schriftstellerin. „Ich empfinde es als absoluten Luxus, jetzt das machen zu können, was meiner Leidenschaft entspricht – nämlich zu schreiben und zwar genau das, was ich will“, erzählt sie und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Auch wenn ich zugeben muss, dass die Bezahlung in der Werbung natürlich besser war.“

Nicht einfach nur ein Stofftier: Kultstar Curd Rock

Neben Connis Humor und Wortwitz gab es in ihrem Blog von Anfang noch etwas ganz Besonderes: Curd Rock. Das kleine Stofftier hat Lchens Eskapaden und Entliebungsversuche auf seine ganz eigene Art kommentiert und mit liebevoll gestalteten Fotostrecken bereichert. Mittlerweile ist er mit seiner ganz speziellen Persönlichkeit quasi zum Kultstar avanciert und hat somit auch nicht unbedeutenden Anteil an den Büchern. „Alle Blogger haben irgendwelche Fotos in ihre Blogs hochgeladen – wenn sie irgendwo unterwegs waren oder was Spannendes erlebt haben. Ich bin am Anfang kaum vor die Tür gegangen, schließlich hatte ich Liebeskummer. Also habe ich in meiner Wohnung etwas Fotogenes gesucht. Und da war Curd“, erklärt Lubek, wie es zur „Mitarbeit“ des Plüschgesellen kam. „Im neuen Buch besteht Curd übrigens richtig brenzlige Abenteuer und erlebt so einiges“, verrät sie.

Tipp gegen Liebeskummer

Als Expertin für Liebeskummer – schließlich hat sie selbst in diesem Bereich schon einiges erlebt und ist zudem auch diplomierte Psychologin – hat sie einen Ratschlag für alle, die ein gebrochenes Herz haben: „Letztendlich hilft gegen Liebeskummer nur eine neue Liebe! Damit ist nicht unbedingt ein neuer Partner gemeint, diese neue Liebe kann auch ein Hobby sein. Bei mir war es das Schreiben, bei jemand anders kann es eine Sportart sein oder Malen oder Fotografieren“, empfiehlt sie. „Wichtig ist nur, dass es etwas ist, in das man seine ganze Leidenschaft stecken kann. Das lenkt ungemein vom Trennungsschmerz ab.“ Ein guter Tipp! Ein weiterer wäre, bei akutem Herzleid Connis Bücher zu lesen. Die haben nämlich – bei aller Tragik – auf alle Fälle Lachgarantie!

 

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